Die kleine Geschichte des Drachenboots

Im Jahr 278 v. Chr. während der Herrschaft des Königs Chu lebte der Dichter und Staatsmann Qu Yuan. Aufgrund angeblichen Landesverrates wurde er des Reiches verbannt. Aus Verzweiflung über sein ungerechtes Schicksal stürzte sich Qu Yuan letztlich in den Fluss Mi Lo. Kurz darauf sah man zahlreiche Fischer das Wasser nach ihm absuchen. Laute Trommelschläge sollten dabei gefährliche Fische fern halten. Die Fischer wollten den Staatsmann, ihre einzige Hoffnung auf eine Landreform, vor dem Tode bewahren. Doch die Mühen der Fischer waren vergebens…

Drachenboote erobern Deutschland

Drachen haben für das chinesische Volk eine große symbolische Bedeutung. Der Drachenkopf am Bug des Bootes soll dazu dienen, die bösen Wassergeister zu vertreiben. Auch die restlichen Teile des Bootes sind einem Drachen nachempfunden. So befindet sich beispielsweise am Heck ein Drachenschwanz und auf den Seiten aufgemalte Drachenschuppen. Die Paddel verkörpern die Krallen des Drachen, mit denen kraftvoll in das Wasser eingestochen wird. Mit dem ersten Drachenbootfestival 1989 in Hamburg gelangen die chinesischen Drachen auch in deutsche Gewässer. Seit dem ist ihr Siegeszug hierzulande ungebrochen.

Stolze 250 – 350 kg, die ein Drachenboot auf die Waage bringt, müssen die Teams in Fahrt setzen. Kein Wunder das es die „geballte“ Kraft von 16-20 mutigen Drachenreitern braucht, um die Boote an das Ziel zu treiben. Der Trommler gibt den Takt vor und sorgt somit für synchrones Paddeln. Aber auch für die Motivation der Paddler, die alles geben müssen, ist der Trommler zuständig. Mit einer Länge von 12,49 Meter und 1,16 Meter Breite wirken die Boote selbst aus der Ferne noch mächtig und eindrucksvoll.

Drachen entern Würzburg

Auch Würzburg blieb vom Drachenfieber nicht verschont. Erste Planungen zu einem Drachenbootrennen in Würzburg entstanden im Wintersemester 2007/2008 im Rahmen eines Projektes des Studienganges Medienmanagement an der FHWS. im Juni 2008 nahm Dr. Rainer Wehner als Projektleiter gemeinsam mit einigen Studierenden aus dem Projekt das Konzept auf und die Gruppe machte sich im Anschluss an die Prüfungen an die Umsetzung. Am 27. September 2008 gingen dann zum ersten Mali die Drachenbändiger im Alten Hafen an den Start. Das Team des Studiengangs Medienmanagement konnte die konkurrierenden Seeungeheuer bezwingen und den ersten DragonBoatRace-Sieg einfahren.

Mit erweitertem Konzept ging es am 14. Juni 2009 beim zweiten DragonBoatRace nicht nur um den Sieg: Die neu eingeführte Outfit-Challenge sorgte für ausgefallene Kostüme, Kriegsbemalungen und Showeinlagen der einzelnen Teams. In spannenden Finale konnte sich das Distelhäuser Frischteam gegen das HUEY-Service-Team der Bundeswehr durchsetzen.